CIRCUS RONCALLI – das ist Circus, der kein Circus ist; eine Show, die keine Show ist; Theater, das kein Theater ist. Roncalli bietet eine Manegen-Illusion, die ihre Zuschauer in den Bann zieht, ein poesievolles Schauspiel für Jung und Alt, ein fesselndes Narrenstück, eine märchenhafte Reise in die Tiefe unserer Herzen... Roncalli ist ein sanfter Kuss auf die Seele. Es hat in der europäischen Circusgeschichte der letzten fünfzig Jahre kein Unternehmen gegeben, über das soviel geschrieben, gesendet und debattiert, das so hoch gelobt und so verteufelt wurde wie Roncalli.
1976 begann das „Wunder Roncalli“ („GEO“): In Wien feierte der „Circus vom Reißbrett“ seine fulminante Premiere. Ein Leben lang hatte der österreichische Grafiker Bernhard Paul zusammengetragen, was eines Tages den idealisierten Circus seiner Kinderträume wahr machen sollte. Besessen sammelte er Plakate, Bücher und Programme, baute Modelle, gab schon als kleiner Bub Vorstellungen im Familienkreis. Anfang der 70er Jahre fand der Art Director eines österreichischen Nachrichtenmagazins dann einen alten Circuswagen. Mit dessen Restaurierung begann der Traum Wirklichkeit zu werden... Seit 1976 hat Bernhard Pauls Roncalli über 15 Millionen Menschen in Deutschland, Österreich, Dänemark, Russland und Spanien verzaubert. Und wie kein zweites Unternehmen hat Roncalli die internationale Circusszene inspiriert, fand Nachahmer von Schweden bis Italien, von Moskau bis Montreal.
DABEI war es nicht zeitgeistiges Kalkül, das Bernhard Paul bei der Konzeption von Roncalli antrieb, sondern allein die Liebe zum Circus. Der Detailbesessene wollte endlich seinen Traum realisieren, den er in seiner Phantasie hundertmal erträumt hatte und dessen Helden Grock, Charlie Rivel, Sarrasani, Schumann und Knie er in unzähligen Berichten und Erzählungen begegnet war. Bernhard Paul schwebte ein neues poetisches Spektakel vor, ein Theatercircus oder Circustheater, ein Gegenvorschlag zur Erstarrung der Circus- und Theaterszene in dieser Zeit. Paul entdeckte das alte Genre Circus neu, besann sich auf die Grundwerte der Circusarchitektur und schuf mit jeder seiner Inszenierungen auf Sägemehl neue, noch nie da gewesene Formen der Kommunikation zwischen Artisten und Publikum.
DAS EXPERIMENT gelang auf Anhieb. Schon nach der Welturaufführung am 18. Mai 1976 jubelten die Zeitungen: „Der Circus ist tot. Es lebe der Circus!“ Seither hat Roncalli einen unvergleichlichen Siegeszug erlebt, wird Jahr für Jahr von einer halben Million Menschen besucht. Der Circus schaffte den Sprung von den Lokalseiten in die Feuilletons, machte aus circensischer Körperkunst einen Kunstkörper, lockte neben dem traditionellen Familienpublikum auch wieder Jugendliche, Intellektuelle und Künstler (Andy Warhol, Keith Haring, Leonard Bernstein, Sting, Siegfried & Roy, David Copperfield u.v.a.m.) ins Chapiteau.
RONCALLIS begeistertes Publikum erlebt keine Löwen, die durch Feuerreifen springen, keine Schimpansen auf Motorrädern und keine schrillen Clowns, sondern „Die größte Poesie des Universums“, „Die Reise zum Regenbogen“, eine „Commedia dell’Arte“ oder „Salto Vitale“, um einige Programmtitel zu nennen. Ein roter Faden zieht sich zwischen Vorspiel und Finale, humoreske Zwischenspiele, liebevolle Übergänge, phantastische Kostüme wie aus dem Märchenbuch machen den Manegenzauber aus. Die Inszenierungen im roten Rund sind mehr als eine Abfolge artistischer Nummern – sie vereinen Elemente der Pantomime, der Kleinkunst, des Kabaretts und der modernen Musik.
FÜR DIE ZEITGEMÄßE Umsetzung der perfekten Circus-Illusion engagierte Bernhard Paul den Lichtdesigner der Royal Shakespeare Company zur Konzeption des aufwändigen Theaterlichts, den Wiener Hofschneider Lambert Hofer für die Anfertigung der Uniformen, den Schneider der englischen Königin für die Livrees der Reiter, und die renommierte Kostümbildnerin Maria Lucas für den Entwurf der traumhaften Kleider. „Was man mit Liebe macht, wird auch geliebt“, erklärt Bernhard Paul den Erfolg von Roncalli. Und die angesehene Wochenzeitung „Die Zeit“ schrieb: „Wie Grock zum König der Clowns geworden ist, Harry Houdini zum Inbegriff des Entfesselungskünstlers, so ist der Circus Roncalli zum Synonym für die Erneuerung der Circuskunst geworden.“
LÄNGST ist Roncalli nicht mehr „nur“ Circus: Bernhard Paul zählt zu den Erneuerern der Varietékultur in Deutschland. 1993 eröffnete er das Friedrichsbau Varieté in Stuttgart, dem 1997 mit großem Erfolg Roncalli’s Apollo Varieté in Düsseldorf folgte. Weitere Projekte des zum Prof. h.c. am Max-Reinhardt-Seminar in Wien ernannten Österreichers: Die Intendanz der Landesgartenschau Oberhausen (OLGA, 1999), die Produktion der nicht nur in Köln gefeierten „Höhner Rockin´ Roncalli Show“ (seit 2000), schon 1990 die Gründung des ersten Verzehrtheaters im Spiegelzelt „Panem et Circenses“, das seither dutzendfach kopiert wurde, sowie die Gestaltung und Durchführung des Historischen Hamburger Weihnachtsmarktes auf dem Rathausplatz mit alljährlich bis zu zwei Millionen Besuchern. Darüber hinaus hat sich Roncalli mit zahlreichen Theater- und Inszenierungsprojekten, wie der Reihe „Circus meets Classic“ u.a. im Konzerthaus Dortmund und der KölnArena auch im Bereich der klassischen Bühnenkultur einen Namen gemacht.
Mehr über Roncalli gibt's auf der offiziellen Homepage unter www.roncalli.de.